Da das Osterfest mit der buckligen Verwandschaft verbracht werden musste lockte an diesem Wochenende wiedermal der polnische Fußball, leider gabs nur Wenige die an
einer Begleitung interessiert waren! Glücklicherweise erreichte mich Freitagnachmittag ein Telegramm aus Slubice-West, dass sich dort ne kleine Spaßtruppe den kurzen
Ausflug nach Debno geben will. Da gabs für mich kein langes überlegen: Grenznah, neuer Ground, mit Gwardia Koszalin nen netter Gegner - idealer sommerlicher
Samstag also! Um ne Stunde in der Zeit vertan erreichte ich FF/O überpünktlich, wurde aber kurz drauf schon in Empfang genommen ehe wir gegen 14 Uhr zum Stadion von
Dab Debno aufbrachen. Nach kurzer Fahrt auf deutschen und polnischen Alleen waren wir nen gutes Stündchen vor Beginn der Veranstaltung auch vor Ort und für 7 Zloty
durften wir das Sportareal betreten. Auf der Suche nach dem idealen Platz um Gäste und eventuelle Heimfans beobachten zu können verschlugs uns zunächst auf den
Graswall hinterm Tor, wo uns die rumstehenden Ordneropis zwar bereits musterten aber noch gewähren liessen. Als dann 2 Bauzäune angeschleppt wurden um den Durchgang
vom Bereich der Heimfans zum Gästeblock - welcher eben über diesen Graswall führte - zu verbarrikadieren, wurden wir vom sich wichtig vorkommenden Ordnerchef verjagt.
Durch Zeigen von Kamera und altem Pressewisch konnten wir den zwar noch nen paar Minuten auf Abstand halten da er sich nun nochmal irgendwo erkundigen musste, ehe wir
dann aber das Feld räumen mussten. Von unserem neuen schattigen Plätzchen aus verfolgten wir jetzt das Spiel, auf den Rängen war noch nicht wirklich was los - Gäste
waren noch nicht da und die "Heimseite" existierte bis auf ne handvoll sportlich Motivierte nicht wirklich. Die paar Jungs hatten nach 10 Minuten dann das Bedürfnis
mal neben dem Gästeblock zu schnuppern wo die Gwardia-Fans denn bleiben, als diese nach 20 Minuten dann auch mit ungefähr 40 Mann ankamen verzogen sie sich wieder auf
die Gegenseite. Bis auf 2-3 "Pogon Szczecin"-Schreiereien (Debno is Fanclub von Pogon) als Provokation in Richtung der mit Arka Gdynia befreundeten Kibice aus
Koszalin, brachten die während dem ganzen Spiel nix. Gwardia ignorierte die Pöbler aber das ganze Spiel über rigoros, nicht mal ein provokantes "Arka Gdynia" kam
denen über die Lippen, stattdessen supporteten diese ihre Mannschaft den Rest der ersten Halbzeit ihrer Masse entsprechend recht annehmbar! Erste Amtshandlung dieser
im Gästeblock war im übrigen sich der dem Wetter entsprechenden Freimachung überhalb der Gürtellinie. Das Spiel plätscherte bei mäßiger Qualität nun vor sich hin,
die Gästefans bräunten sich singend in der Nachmittagssonne, die Heimpöbler warteten gierig darauf wahrgenommen zu werden und als die bereits angekündigte Suppe ins
Stadion gefahren wurde, bewegten sich auch die Mundwinkel meiner Begleiter nach oben...hehe! Die leckere mit Kielbasastückchen versetzte Kartoffelsuppe war sogar
kostenneutral, was vor allem die in die Jahre gekommenden Liebhaber destillierter Getränke gerne warnahmen. Beim Verzehr dieser Köstlichkeit lernte ich ein klein
wenig den Herrn Micha85 kennen, der uns davon berichtete dass seit dem Knallerspiel (im wahrsten Sinne) Dab Debno gegen Gryf Slupsk 09/10 sich die Aktivitäten der
hier heimischen Fanszen stark reduziert haben. Das erklärte zumindest warum zu nem, aus ihrer Sicht, fantechnisch interessanten Spielchen kein wirklicher Haufen
formierte. Außerdem warnte er uns von dem Heimpöbel der gerade hinter uns seine Suppe löffelte...irgendwie müssen die kurz darauf schon weg gewesen sein als ich mal
einen Blick hinter mich riskierte, hehe. Im Endeffekt passierte in Durchgang zwei nix überraschendes mehr - die Gwardia-Kibice schränkten ihren Support nun ziemlich
ein, die Sonne schien weiterhin unentwegt und das Spiel endete völlig gerechtfertigt torlos! Kann mich in der Nachbetrachtung auch an keine einzige Torchance im
ganzen Spiel erinnern. Auf dem Rückweg sahen wir noch nen monströsen Brand irgend ner Lagehalle/Fabrik - war nicht ersichtlich - was ne verdammt fette schwarze
Qualmwolke über die angrenzende Stadt trieb. Nach kleinem Hotdog- und Bierstopp brausten wir gen Heimat, wo mir in FF/O noch das ein oder andere kulturelle Highlight
gezeigt wurde - wie in etwa das Domizil von speziellem sozialem Klientel, sowie dass es hier wohl nicht ungewöhnlich ist sich in ner Bushalte schlafen zu legen! Am
Ende bleibt zu sagen: Danke für den netten Samstag Männers, wird sicher nicht die letzte gemeinsame Fahrt gewesen Sein! ;)